Pressemitteilungen: 2017

02. September 2013

Zusatzfinanzierung der Hochschulmedizin ist internationaler Standard

030713_DMD_0200

Der von der Deutschen Hochschulmedizin geforderte Systemzuschlag für die besonderen Aufgaben der Universitätsklinika erfährt immer mehr Zustimmung. Zu den Unterstützern gehören mittlerweile die Bundesärztekammer, die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern, die Kultusministerkonferenz, der Kanzlerarbeitskreis Hochschulmedizin sowie die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin.

Nun macht ein vom Verband der Universitätsklinika (VUD) in Auftrag gegebenes Gutachten erstmals deutlich: Im internationalen Vergleich sind neben den Zuschüssen für Forschung und Lehre weitere Zusatzfinanzierungen für die Besonderheiten der Hochschulmedizin Standard. „Das deutsche Fallpauschalensystem, das Universitätsklinika über Krankenhaus-Einheitspreise finanziert, ist im internationalen Vergleich ein Alleingang“, so Professor Michael Albrecht, Erster Vorsitzender des VUD.

Die Studie untersucht die sehr unterschiedlichen Fallpauschalen-Systeme in den Niederlanden, Österreich, Großbritannien und den USA. Ergebnis: Ungeachtet der deutlichen Unterschiede der jeweiligen Vergütungssysteme hat jedes Land spezifische Regelungen für seine Universitätsmedizin gefunden. „Neben Zusatzvergütungen für besondere Behandlungen gibt es in den untersuchten Ländern auch strukturbezogene Sondervergütungen, die ausschließlich die Universitätsklinika bekommen“, erklärt Professor Dr. Heyo K. Kroemer, Präsident des Medizinischen Fakultätentags.

„In allen untersuchten Ländern wird politisch akzeptiert, dass Uniklinika aufgrund ihrer Sonderaufgaben Mehrkosten haben, in Deutschland wird das aber immer noch bestritten“, so Albrecht. „Die Studie zeigt, dass unsere Forderungen nach einem Systemzuschlag für die Hochschulmedizin ausreichend begründet und berechtigt sind“.

„Der Fallpauschalen-Katalog ist in Deutschland gut entwickelt, das stellen wir nicht in Frage. Das derzeitige Finanzierungssystem stößt aber an Grenzen, wenn es um die besonderen Leistungen der Hochschulmedizin geht“, so Ralf Heyder, Generalsekretär des VUD. Der Systemzuschlag für die Hochschulmedizin soll deshalb das bestehende Finanzierungssystem ergänzen.

Zu den spezifischen Belastungen der Universitätsklinika zählen schwierige und komplizierte Fälle, die die Uniklinika als Maximalversorger behandeln. Die nach dem Gesetz nur für Forschung und Lehre vorgesehenen Hochschulambulanzen übernehmen immer mehr die Sicherstellung der Ambulanzversorgung in weiten Teilen Deutschlands. Die klinische Erprobung und Erstanwendung von neuen medizinischen Produkten und Verfahren erfolgt zumeist in der Universitätsmedizin. Auch die ärztliche Weiterbildung, die Vorhaltekosten für eine rund um die Uhr und alle notwendigen Disziplinen umfassende Notfallversorgung sowie die Versorgung von Patienten mit seltenen Erkrankungen werden derzeit nicht annähernd ausreichend finanziert.


Kontakt

Pressestelle
Deutsche Hochschulmedizin e.V.
Alt-Moabit 96, 10559 Berlin
Tel.: +49 (0) 30 3940517-25
Fax: +49 (0) 30 3940517-17
E-Mail: presse@uniklinika.de
Website: www.uniklinika.de

  • 06. November 2017 Empfehlungen zur Erstellung einer Gesamtleistungsrechnung bei klinischen Prüfungen

    Gemeinsame Pressemitteilung von KKS-Netzwerk, Deutscher Hochschulmedizin und vfa Berlin. Am 06. November 2017 haben die Deutsche Hochschulmedizin, das KKS-Netzwerk und der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa) erstmals Empfehlungen für die Vertragsgestaltung für klinische... Weiterlesen
  • 29. September 2017 Innovationspreis für Entschlüsselung des "Jo-Jo-Effekts"

    Nach einer Diät nimmt man oft schneller wieder zu, als man vorher Kilos verloren hat. Der diesjährige Innovationspreisträger Dr. Christoph Thaiss und sein Team haben den Mechanismus entschlüsselt, der zu diesem sogenannten Jo-Jo-Effekt führt: Schuld sind bestimmte Bakterien im Darm. Die... Weiterlesen
  • 25. August 2017 Heilpraktikerausbildung: auch Deutsche Hochschulmedizin sieht Reformbedarf

    Die vom Münsteraner Expertenkreis vorgelegten Reformvorschläge für die Heilpraktikerausbildung stoßen bei der Deutschen Hochschulmedizin auf Zustimmung. Die Heilpraktikerausbildung in Deutschland ist völlig unzureichend und muss dringend überarbeitet werden. Der Münsteraner... Weiterlesen
  • 17. Juli 2017 Wissenschaftsrat veröffentlicht Empfehlungen zu den DZG

    Der Wissenschaftsrat hat heute neue Wege zur strategischen und strukturellen Ausrichtung sowie finanziellen Förderung für die Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung (DZG) vorgestellt. Bund und Länder sollten diese wertvollen Vorschläge nun aufgreifen. Mit der Einrichtung der DZG... Weiterlesen
  • 07. Juli 2017 Zulassungsverfahren in der Medizin: bvmd und MFT legen Vorschlag für neues Modell vor

    Das Zulassungsverfahren zum Medizinstudium ist reformbedürftig. Es stand bereits seit längerer Zeit in der Kritik. Doch wie genau soll die Studierendenauswahl in der Medizin in Zukunft aussehen? Die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland e.V. (bvmd) und der... Weiterlesen
  • 04. Juli 2017 Neues Gesetz erleichtert klinische Forschung im Zusammenhang mit Strahlenschutz

    Mit dem „Gesetz zur Neuordnung des Rechts zum Schutz vor der schädlichen Wirkung ionisierender Strahlung“ werden erstmals Fristen für die Genehmigung von medizinischen Forschungsvorhaben mit Strahlenbelastung gesetzt. Damit sollen Genehmigungszeiten von bis zu zwei Jahren durch das... Weiterlesen
  • 21. April 2017 Hochschulmedizin entwickelt vernetzte Patientenakte

    „Mit der Entwicklung einer vernetzen und forschungskompatiblen Patientenakte unter Federführung der Universitätsmedizin könnte für die Forschung und Versorgung im deutschen Gesundheitssektor ein neues Zeitalter anbrechen“, so Professor Dr. D. Michael Albrecht, 1. Vorsitzender des... Weiterlesen
  • 06. April 2017 Strategie zur Stärkung der biomedizinischen Forschung im internationalen Wettbewerb

    Um das Potenzial der personalisierten Medizin in Deutschland weiter zu entfalten, hat das Forum Gesundheitsforschung diese Woche die Empfehlung für eine Strategie zum Aufbau einer Nationalen Infrastruktur für Hochdurchsatz-Sequenzierung gegeben. Die Deutsche Hochschulmedizin begrüßt diese... Weiterlesen
  • 04. April 2017 EINLADUNG ZUM HINTERGRUNDGESPRÄCH: Hochschulmedizin stellt die Weichen für die vernetzte Patientenakte

    Die Digitalisierung bietet enorme Zukunftschancen in der Medizin. Durch den Ausbau der digitalen Dateninfrastruktur würde Deutschland schnelle Fortschritte in der Medizinischen Forschung machen – z.B. um die Herausforderungen einer alternden Gesellschaft anzugehen. Mit der... Weiterlesen
  • 03. April 2017 Masterplan Medizinstudium 2020: Veröffentlichung ohne klares Finanzierungskonzept

    Nach der kurzfristigen Entscheidungsvertagung zum Masterplan vor zwei Wochen hatten Gesundheitsseite und Wissenschaftsseite ihre Gespräche über die Finanzierung des Vorhabens noch einmal aufgenommen. Doch auch mit der heutigen Verkündung ist dieser Punkt weiterhin ungeklärt. Die... Weiterlesen